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Die 3 größten Fehler beim Aktienkauf

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The Wolf of Wallstreet

Der Aktienmarkt ist gerade für Kleinsparer in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Dies ist verständlich, denn er bietet eine attraktive Alternative zur herkömmlichen Sparanlage auf dem Festgeldkonto. Jedoch unterlaufen sowohl unerfahrenen als auch vermeintlich abgebrühten Anlegern bei der Geldanlage in Aktien entscheidende Fehler. Drei davon möchte ich Ihnen hier vorstellen:

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Häufig beobachte ich mit Erstaunen, wie sicher sich manche Menschen bei der kurzfristigen Vorhersage einzelner Aktienkurse sind. Diese Personen verfügen in den meisten Fällen nicht einmal über eine abgeschlossene Ausbildung, geschweige denn über ein Studium im Fachbereich des Aktienmarktes und der Unternehmensbewertung. Nichtsdestotrotz sind sie der Meinung, zukünftige Kurse besser vorhersagen zu können als der komplette Kapitalmarkt.

Ein fataler Fehler, denn sie verhalten sich auf dem Kapitalmarkt, als seien sie im Casino, ohne es zu wissen. Wenn Sie aus diesem Artikel nur eine Sache mitnehmen, dann sollte es Folgendes sein: Privatanleger können im Durchschnitt den Markt nicht schlagen! Manche Menschen wollen diesen wissenschaftlich belegten Fakt nicht wahrhaben und dies hat aus psychologischer Sicht gute Gründe. Diese Anleger neigen gleich zu mehreren psychologischen Verhaltensfehlern, die systematisch die Performance ihres Portfolios verschlechtern. Zwei dieser Fehler werde ich nun näher beleuchten.

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Viele Leute machen es sich gedanklich sehr leicht beim Aktienkauf. Anstatt zu berechnen, ob ein bestimmter Titel über- oder unterbewertet (oder fair bepreist, wie die allermeisten Titel auf dem Aktienmarkt) ist, stellen sie sich nur eine Frage: Mag ich dieses Unternehmen oder nicht? Sie übergehen damit die eigentliche Grundlage für eine rationale Kaufentscheidung, nämlich den Preis im Vergleich zum Wert. Überselbstbewusste Anleger machen sich nicht einmal die Mühe zu versuchen, einen kalkulierten Kauf zu tätigen, sondern entscheiden rein nach ihrem Bauchgefühl.

Jetzt die gute Nachricht: Dieser Umstand alleine ist noch kein Beinbruch, da wir bereits festgestellt haben, dass Aktien in der Regel fair bepreist sind. Es macht also keinen Unterschied, ob Sie stundenlang zukünftige Cashflows berechnen, oder eine Aktie zufällig auswählen. Die Tatsache, dass die meisten Anleger jedoch nur Aktien kaufen, die Sie mögen, führt zu dem entscheidenden Fehler bei der Geldanlage.

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Niemals im Leben sollte man alles auf eine Karte setzen und erst recht nicht, wenn es um das eigene Vermögen geht. Genau das tut aber eine Vielzahl von Sparern. Damit meine ich nicht einmal, dass sie ihr komplettes Vermögen in eine einzige Aktie investieren. Oft haben sie nämlich ihr ganzes Geld auf eine Karte gesetzt, ohne es zu wissen. Das häufigste Beispiel hierfür ist eine überproportional große Investition in den Heimatmarkt. Menschen mögen das, was sie kennen und deshalb neigen sie auch dazu, eher Heimataktien zu kaufen. Dies macht aber aus rationaler Sicht überhaupt keinen Sinn, denn wegen ihres Arbeitsplatzes ist sogar schon ihr Einkommen an das Heimatland gekoppelt. Warum also sollte man noch zusätzlich das Vermögen an den regionalen Markt koppeln? Wenn überhaupt, dann sollte man eher weniger solcher Aktien kaufen als mehr.

Zusätzlich neigen viele Käufer dazu, Aktien aus einer bestimmten Branche überzugewichten. Jedoch sind einzelne Branchen häufig branchenweiten Risiken ausgesetzt. Ein Beispiel: Florian ist ein großer Fan von Chemieunternehmen in Deutschland. Um sein Risiko zu minimieren, kauft er die Aktien der zehn größten Chemiehersteller in Deutschland. Dabei hat er aber nicht bedacht, dass die Aktienkurse dieser Unternehmen zu einem gewissen Teil miteinander zusammenhängen. Nun steigt der Ölpreis an, und damit auch die Kosten seiner zehn Unternehmen. Dadurch fallen alle zehn Aktienkurse auf einmal. Florian hat unnötiger Weise ein großes Risiko auf sich genommen. Ähnliche Effekte kann es auch in der Tech-Branche oder anderen Industrien geben. Deshalb gilt:

  1. Streuen Sie Ihr Risiko gleichmäßig über so viele Branchen, Währungen und Regionen hinweg wie möglich!
  2. Denken Sie nicht, Sie seien besser als der Markt!